Schwarzgurt mit 16 - Pias Dan-Prüfung

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Mit einem Flyer im Kindergarten fing es an: Im zarten Alter von vier Jahren machte Pia Decking ihre ersten Schritte in einem Karate-Anzug in der Karate-Schule-Prien. Nun hat die Bernauerin mit gerade mal 16 Jahren die Prüfung zum schwarzen Gürtel bestanden. „Als ich den Gürtel gesehen habe, das war voll schön!“, erinnert sich Pia an den emotionalen Moment, als ihr Lehrer Florian Färber ihr den schwarzen Gürtel überreichte.

Eigentlich wollte sie ihre Prüfung zum ersten Dan (erster Meister-Grad) nämlich erst später machen. „Ich hatte geplant, jetzt erst ein Jahr nach Amerika zu gehen, dann mein Abi zu machen und dann mit 18 oder 19 die Dan-Prüfung. Ich dachte, dann hätte ich die Schule fertig und wäre erwachsen und reif für den schwarzen Gürtel. Ich finde Schwarzgürtel sind schon in allen Hinsichten Vorbilder, auch privat. Ich glaube so ganz realisiert habe ich noch nicht wirklich, dass ich da jetzt dazu gehöre. Aber ich bin stolz, dass ich es geschafft habe.“

Stolzer Lehrer, überzeugte Prüfer

Zurecht, sagt Lehrer Florian Färber. Für ihn ist Pia Decking die erste Schülerin, die er vom Anfängerkurs bis zum Schwarzgurt unterrichtet hat. Der Leiter der Karate-Schule-Prien erinnert sich gut daran, wie seine jüngste Dan-Trägerin sich vom Kindergartenkind mit Weißgurt über die Jahre entwickelte. „Pia war schon immer sehr fleißig und hat viel trainiert. Das zahlt sich jetzt aus und macht natürlich auch mich als Lehrer stolz. Sie hat eine super Prüfung hingelegt, da waren sich alle drei Prüfer einig.“ Das Prüfungs-Komitee in München bestand aus den Senseis Rade Lazic (8. Dan), Pero Lazic (6. Dan) und Ivo Gagulic (6. Dan), die von der jungen Dan-Anwärterin bei gefühlten 30 Grad in der Turnhalle verschiedene Katas (Formen), Grundschultechniken und Partnerübungen sowie lockeren freien Kampf sehen wollten – und Pia danach gern die verdiente Urkunde überreichten.

Pia selbst ist fast ein wenig erstaunt, dass sie schon 12 Jahre lang Karate macht – drei Viertel ihres Lebens. „Das wundert mich auch, dass ich das so durchgezogen habe. Es hat eben Spaß gemacht, man hat Freunde gefunden, ist besser geworden, und irgendwann habe ich dann für mich trainiert, nicht mehr für Florian oder die Gürtelprüfungen. Ich habe insgesamt total viel gemacht, Ballett, Gitarre, Schwimmen, Kletter, Trommeln, Blockflöte, Turnen…aber nach und nach habe ich alles aufgehört, nur Karate habe ich immer weitergemacht.“ Und das ist auch der Plan für die Zukunft. Im August fliegt Pia für zehn Monate in die USA und möchte auch dort weitertrainieren. „Wenn ich keinen Karate-Verein finde, trainiere ich für mich und suche mir einen anderen Kampfsport. Das wird toll, wenn ich das dann mit Karate vergleichen kann.“ Zurück in Bernau will sie an ihren ursprünglichen Plan anknüpfen und in Marquartstein ihr Abitur machen – nun eben schon mit schwarzem Gürtel.

Herzlichen Glückwunsch, Pia!

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